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Schöner klettern in Arco und im Sarcatal

Wie vielen ist es wohl schon so gegangen wie Michael Meisl, dass sie einmal dachten: " Ich kenne mich in diesem Gebiet gut aus, eigentlich könnte ich einen Führer machen." Was Michael Meisl und seinen Co-Autor und Verleger Martin Lochner von den meisten unterscheidet, ist, dass sie es tatsächlich von der ersten naiven Idee zum fertigen Führer gebracht haben. Und gleich zu was für einem: Mit 542 Seiten und 55 beschriebenen Klettergebieten rund um Arco und das Sarcatal ist der neue Arcoführer ein ordentliches Schwergewicht, mit dem sich zur Not auf dem Camping Zoo auch mal ein Zelthering einschlagen ließe. Nur wäre er dafür viel zu schade! Michael Meisl hat ja schon mit seinen Lost-Arrow-Kletterklamotten und den zugehörigen Katalogen bewiesen, dass er ein Faible für Grafik und Design hat. Das kommt nun dem neuen Arco-Führer zugute, der sich, wiewohl durchweg vierfarbig gedruckt, grafisch angenehm zurückhält und stets die jeweils zu vermittelnden Informationen, seien dies Texte, Karten Fotos oder Topos, klar in den Vordergrund stellt.
Der jetzt vorgelegte Band 1 des Arco-Führers enthält alle Sportklettergebiete der Region, spart aber die Mehrseillängen-Routen aus, die in einem zweiten Band folgen sollen. Michael Meisls gute Verbindung ins Sarcatal ist es zu verdanken, dass dabei einiges mehr als die bereits bekannten Felsen herausgekommen ist. Einige der neuen Gebiete haben wir in der vorletzten Ausgabe bereits vorgestellt. Zu allen Gebieten liefern Meisl und Lochner neu gezeichnete Topos und eine sehr genaue Zufahrts- / Zugangsskizze sowie alle nötigen Infos. Daneben finden sich im Führer einige Kapitel zur Geschichte und Stimmung des Kletterns in Arco und natürlich jede Menge Fotografien von Michael Meisl. Wollte man etwas bemängeln, so nur, dass durch den Umfang des Buches die Übersichtlichkeit ein bisschen leidet. So hätte es geholfen, die Gebietsnummerierung, wie sie auf der großen Übersichtskarte im Einband eingeführt wird, auch bei späteren Gebietskapiteln zu verwenden, um das Blättern noch etwas zu beschleunigen. Ansonsten ist der Arco-Führer ein makelloses Werk, dessen einziger richtiger Nachteil ist, dass er fast zu schön für den Fels ist.

AlpineRessource
die Online-Datenbank für alpine und artverwandte Literatur.

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Es werden 55 Gebiete mit dem Schwerpunkt Einseillängenrouten vorgestellt, darunter mehr als 10, die bislang noch nicht veröffentlicht waren. Die die Routen nicht nur aufgelistet, sondern zusätzlich mit Kommentaren versehen und mit Sternen bewertet. 

Das Buch ist komplett vierfarbig, mit über 100 ganzseitigen Farbfotos von Michael Meisl, ein paar kleinen Geschichten und natürlich allen wichtigen Infos über die ausgesuchten Klettergebiete (Ausrichtung, Art der Kletterei, Kinderfreundlichkeit, Zufahrt).

Wandbuch
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Ist nicht schon lange alles gesagt über das Klettern in Arco? Warum schon wieder einen neuen Führer auf den Markt bringen, wo es doch seit 1999 (und das ist ja erst sechs Jahre her) die "Standard-Ringbuch-Bibel" von Diego Depretto gibt?

Dass das sehr wohl Sinn macht und auch notwendig wurde, sieht man schon beim ersten Durchblättern des neuen Werkes von Michael Meisl und Martin Lochner. Auf 538 Seiten werden 55 Gebiete vorgestellt, über 2400 Seillängen, wie man staunend lesen kann. Vieles davon ist Neuland, besonders nördlich und westlich des Sarcatales, im Valle dei Laghi und in den Valli Giudicarie haben die Erschließer ganze Arbeit geleistet.

Da wird es auch verständlich, warum es so lange gedauert hat, bis der neue Arcoführer endlich in Druck gehen konnte! Und es leuchtet auch ein, dass Band 1 nur Einseillängen-Routen beschreibt - das Material für die Mehrseillängen-Routen würde definitiv den jetzt schon beachtlichen Umfang sprengen. Laut Auskunft der Autoren füllt es locker einen zweiten Band, der im Sommer 2006 erscheinen soll.

Zum Führer selbst:

Eine liebevoll und innovativ gestaltete Aufmachung sowie hervorragende Fotos sind der würdige Rahmen für präzise Gebietsbeschreibungen einerseits und Reminizenz an Arcos über 20jährige Klettergeschichte andererseits.

In gewohnt professioneller Weise liefern die Autoren zu jedem Gebiet Angaben zur Geschichte, zu Felsqualität, bester Jahreszeit, Absicherung, Erschließern, Zufahrt etc.. Ein eigener Absatz widmet sich zudem der Familientauglichkeit. Für jedes Gebiet gibt es eine sehr realistische, aus Fotos entwickelte Wandskizze. Die eingezeichneten Routen sind farblich in verschiedene Schwierigkeitsbereiche gegliedert und besonders positiv fällt auf, dass fast jede einzelne Route kommentiert und mit Sternen bewertet wird. In einem allgemeinen Infoteil erfährt man unter anderem auch, welches Gebiet sich für welche Witterung eignet.

Als einziges Manko werden manche Leser die aus anderen Führern gewohnten Piktogramme vermissen und auch die Gebietsnummer aus der Übersichtstafel im Umschlagdeckel hätte man noch in der jeweiligen Überschriftszeile erwähnen können. Hat man sich aber erst mal daran gewohnt, die Gebiete nach den angegebenen Seitenzahlen zu suchen, wird einem das Zurechtfinden im Führer schnell leicht fallen.

Fazit: Das vorliegende Werk bietet für 31,80 Euro nicht nur in qualitativ hochwertiger Weise viel Neues zum Thema Klettern in und um Arco, es lädt durch seine zahlreichen Textbeiträge auch zum Schmökern ein (manchem ersetzt es vielleicht sogar das Mitnehmen einer zusätzlichen Lektüre) - und es macht den Leser gespannt auf den angekündigten Band 2. Für die italienischen Kletterer bleibt zu hoffen, dass der Führer bald in ihrer Sprache verfügbar sein wird.

Dav-Shop
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Beschreibung:  Arco (Kletterführer Lochner Verlag)
Klettern vom Garsasee bis zur Brenta: 55 Klettergebiete:

Baone, Laghel, Muro dell'Asino, Redpoint Wall, Salt de Cavra, Monte Colt, Prabi, San Paolo, Swing Area, Diamante, Eremo, Ceniga, Pizzeria, Massone, Terra Promessa, Spiaggia delle Lucertole, Belvedere, Nago, Passo S. Giovanni, Besagno, Crosano, Nomesino, Pannone, Ronzo, San Siro, Lagolo, Cavedine, Panoramica, Sysiphos, Transatlantico, Camerete, Muro di Chitarra, Baule, Giardino di Nato, Bassilandia, Gola, Santa Massenza, Climax, Fraveggio, Finestra, Lon, Margone, Ranzo, Terlago, Val Lomasone, Comano, Promeghin, Bedon, Sunny Place, Rio Bianco, Val Algone, Coltura, Niere, Tione, Breguzzo.

542 Seiten, mit vielen phantastischen Fotos von Michael Meisl, Thomas Ballenberger, Heinz Mariacher, Simon Carter und Klaus Fegler.
Alle Topos von Martin Lochner.
Texte von Danilo Bonvecchio, Stefan Glowacz, Hans-Martin Götz, Beatrice Lochner und Bettina Ritter.

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